VelvetConcrete

Christian Heinrici × Oleg MikhailovEin Film · 3′56″ · Text: Christian Heinrici · Bild, Schnitt, Regie: Oleg Mikhailov · Musik: Velvet Concrete

Velvet Concrete. 3′56″, 2026. Schwarzweiß und Rot. Paris bei Nacht, zwei Schwestern in schwarzen Blazern, eine Vespa, ein weißes Pferd in einer Bar, Männer mit Affenmasken. Ein roter Raum hinter Vorhängen.

Eine Zusammenarbeit: Text Christian Heinrici, Bild Oleg Mikhailov. Gedreht ohne Kamera. Geschnitten wie ein Lied: Strophe, Refrain, Bruch.

Velvet — der Vorhang, die Haut, das Rot. Concrete — die Straße, die Treppe, die Wand. Dazwischen die beiden, die einander ansehen, bis es eine ist.

Unten der Film, darunter die Platte: der Tonarm lässt sich setzen, die Platte anhalten und drehen. Der Text zum Mitlesen klappt auf.

Velvet Concrete · Christian Heinrici × Oleg Mikhailov2026 · 3′56″
TextChristian Heinrici · Velvet Concrete
IntroEin Glas voll Rotwein Halbleer rot auf meinen Lippen Klebt an dieser Nacht Fiebrig wie dein Blick Velvet Concrete, Baby, komm zu mir! Verse 1Berlin in Gedanken Und Paris klebt auf der Haut Ich lauf über Schranken aus Asphalt Samt unter meinen Schritten Flüster deinen Namen Flehentliches Bitten Zwischen Rauch und leeren Sätzen Deine Hände tief vergraben Suchst du da nach Schätzen? ChorusVelvet concrete, baby, step to me Sous les néons brûlés, on fait semblant d’oublier Je dis « approche », tu restes figé Velvet concrete Je te fais tomber Encore, encore, encore Verse 2Dein Parfum noch schwer In dichter Luft Ich spiele mit dem Feuer Warte bis dein Mund mich ruft Dein kleines Lächeln Ein Versprechen ohne Sinn Du fragst leise „Bleibst du?“ Ich sag „immerhin – kommt drauf an, wohin“ (ah ja) ChorusVelvet concrete, baby, step to me Sous les néons brûlés, on fait semblant d’oublier Je dis « approche », tu restes figé Velvet concrete Je te fais tomber Encore, encore, encore BridgeSprich nicht so laut Und flüster in mein Herz Zeig mir deine Narben Ich mal Farben Ohne rot auf deine Lippen Und wir tanzen ohne Moove Nur unsre Blicke streifen, wippen Wenn du mich willst Dann halt mich fest Bevor ich flieg, ich flieg (hey) ChorusVelvet concrete, baby, step to me Sous les néons brûlés, on fait semblant d’oublier Je dis « approche », tu restes figé Velvet concrete Je te fais tomber Encore, encore, encore

Velvet Concrete · 3′54″überall, wo es Musik gibt:

Alphatier

Christian Heinrici × Oleg MikhailovEin Film: Petermann · 3′10″ · Text: Christian Heinrici, aus „Petermann“ · Bild, Schnitt, Regie: Oleg Mikhailov · Musik: Alphatier

Petermann. 3′10″, 2026. Köln bei Nacht, Kopfsteinpflaster, der Dom im Gegenlicht. Ein Schimpanse im Anzug auf einer Vespa, Uniformen mit Orden, Blitzlicht. Die Stadt feiert, der Affe fährt.

Petermann war der berühmteste Affe Kölns: per Schiff gekommen, dressiert, im Fernsehen und im Karneval gefeiert, Werbetier und Ikone — bis er im Oktober 1985 mit Susi aus dem Käfig kam, den Zoodirektor angriff und erschossen wurde. Christian Heinricis Text erzählt ihn als Helden: „Immer mehr als Mensch und Affe“.

Das Lied aus „Petermann“: Alphatier. Unten der Film, darunter die Kassette, die es spielt, und der Text.

Petermann · Christian Heinrici × Oleg Mikhailov2026 · 3′10″ · Musik: Alphatier
TextChristian Heinrici · Alphatier, aus „Petermann“
ChorusPetermann fast warst du ein Mensch Wie die rasierten Ungeheuer Ungefähr und Ungeschätzt Unbezahlt Und dann gehetzt Wie ein Dieb Tief in der Nacht Vor das Alphatier gebracht Gebraucht Gebrochen Doch vergessen warst du nie Ohne Angst und Ironie Immer mehr als Mensch und Affe Kunst war deine wahre Waffe. VerseAuf einem Schiff Nach Köln verbracht, verzogen, mit viel Schliff dressiert, verlacht und ulkig wie ein Zirkuspferd zum Popanz und zur Ikone (ohne Krone), Werbetier, Prinz Karneval unter den Narren, die schlecht verkleidet humba tätärä die Affen spielten wurdest du zum Mensch: (Das muss man erstmal schaffen!) VerseWie fühlte sich das an? Du wurdest älter Der Applaus wurd rar Die Blicke kälter Zur Enttäuschung kam noch Wut In einem Käfig Einzelhaft mit Affendame Susi (deinem Gespusi) Und dann floss Blut Der Käfig auf Da war er ja, das Alphatier "Hey, Direktor komm nur her zu mir!" Du prügeltest ihn durch Auf gute alte Affenart Ja, da warst du ganz Primat. Tiere essen ist erlaubt Doch bei Menschen ein Verbot Sie zu prügeln Darauf steht der Tod. ChorusPetermann fast warst du ein Mensch Wie die rasierten Ungeheuer Ungefähr und Ungeschätzt Unbezahlt Und dann gehetzt Wie ein Dieb Tief in der Nacht Vor das Alphatier gebracht Gebraucht Gebrochen Doch vergessen warst du nie Ohne Angst und Ironie Immer mehr als Mensch und Affe Kunst war deine wahre Waffe. OutroPetermann Petermann Man hat dich lang genug gequält Petermann Du bist unser Held Ob Affe oder Mensch Die beste Bestie auf der Welt.

Alphatier · 3′10″ · aus „Petermann“überall, wo es Musik gibt:

Wer wir sind

hinterzimmer sind Christian Heinrici und Oleg Mikhailov: Text und Bild. Filme ohne Kamera, Lieder auf Platte und Kassette, Texte zum Mitlesen. Köln, Berlin, Paris bei Nacht.

Christian Heinrici

Dichter, Köln. Schreibt im Köllektiv A. P. Petermann — benannt nach dem Kölner Schimpansen —, das seit Jahren selten bemerkte Phänomene des eigenen Umfelds erforscht: Lesungen und Performances (lange unter Affenmasken), die Grautöne von Mauenheim, Grau-Musik und Grau-Gedichte. Bücher: „Nippes Alphabet“ (parasitenpresse, 2019), „Grau“ (parasitenpresse, 2023), die Faltkarte „Nippeser Grenzerfahrung“ (Zum Bellenden Reh, 2020); Herausgeber von „köln durch 11“ (2012). „Petermann“ ist sein Stoff: der Affe als Held, das Alphatier als Spiegel der Stadt.

Oleg Mikhailov

Videokünstler und Videodesigner. Seit den späten 1990er-Jahren Videokunst, Projektion, Live-Kamera und interaktive Installationen für die Bühne. Arbeiten u. a. am HAU Hebbel am Ufer Berlin, bei MaerzMusik / Berliner Festspiele, am Staatsschauspiel Dresden, am Nationaltheater Mannheim, am Theater Bonn, am Hans Otto Theater Potsdam, am Stadttheater Ingolstadt, am Hessischen Staatstheater Wiesbaden und am Societaetstheater Dresden — darunter „Das Schloss“, „Die Nacht von Lissabon“, „Musik für die Lebenden“ und „Schneeflöckchen“ (Regie: Maxim Didenko), „Fahrenheit 451“ und „Die Physiker“ (Andreas Merz), „Museum of Uncounted Voices“ (Marina Davydova; Impulse Theater Festival 2024) und „Ensembletrilogie III: Memory“ (Sergej Newski). 2024 Offie Award London für Best Video Design: „The White Factory“, Marylebone Theatre. Zuletzt „Doors of Perception“ und Berlioz’ „Roméo et Juliette“ in Cottbus (2026); in Arbeit: „Der Meister und Margarita“ am Nationaltheater Mannheim (Regie: Maxim Didenko, Premiere 27. November 2026).

Credits
Text
Christian Heinrici
Bild, Schnitt, Regie
Oleg Mikhailov
Musik & Sounddesign
Velvet Concrete
Petermann
Text: Christian Heinrici · Bild, Schnitt, Regie: Oleg Mikhailov · Musik: Alphatier
Jahr
2026
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